Umbau einer Märklin 3309 (Baureihe 85007)

Hier ein Beispiel für einen etwas aufwendigeren Umbau.
Die Lok hat vorne und hinten eine TELEX-Kupplung und einen Rauchsatz.

BR85 offen 1
Linke Seite mit seitlich abgelegtem Gehäuse
BR85 offen 1
Rechte Seite der Lok

Hier wurde eine converts-Platine der Version 1.3 benutzt. Diese bekam zusätzlich:

Aus Platzgründen konnte nur der kleine Pufferkondensator für die Decoder-Betriebsspannung eingebaut werden.

Der Motor wurde mit einem Märklin Hochleistungsantrieb (60941) ersetzt. Dies verleiht der 85 echt super Fahreigenschaften.

Ablauf

Zuerst wurde die Lok komplett zerlegt: der vorher eingebaute Delta-Decoder wurde abgelötet und der Motor demontiert. Alle Kabel zu den Lampen wurden entfernt.
Außerdem wurden die Vor-Und Nachlaufachsen entfernt und somit die Elektromagnete der Telex-Kupplung ausgebaut. Ebenso der Schleifer mitsamt des Kontaktplatinchens und dem Anschlussdraht ausgebaut.
Das nackte Chassis hat dann erst einmal ein Benzinbad erhalten, um den Dreck der Jahre aus den Achsen und Zahnrädern zu bekommen. Alle Zahnräder sorgfältig nach Spänen durchsuchen und den Leichtlauf der Räder überprüfen.

Nach dem Trocknen (das kann durchaus mal eine Stunde dauern, bis das Benzin komplett verdampft ist), wurde das Triebgestell soweit demontiert, dass man neue Haftreifen aufziehen konnte. Dies war auch der Zeitpunkt, den Antrieb zu ölen;

Danach beginnt der Aufbau: zuerst den Hochleistungsmotor einbauen. Das ging hier erstaunlich einfach. Während und nach des Einbaus immer den Leichtlauf kontrollieren. Die Lok muss man geräuscharm und ohne Widerstand schieben können. Erst danach die Bürsten einsetzen.

Der 85 fehlte die Befestigung für das Umschaltrelais. Ich habe diese anhand eines Musters (Lok von Freund zerlegt) nachgebaut. Dies war mit ein wenig Bronzeblech eines alten Eiskratzers kein Problem. Das Material ist in der Bearbeitung zwar recht zäh, dafür aber ausreichend stabil. Danach habe ich die fertig bestückte converts-Platine eingeschraubt. Die Mutter habe ich auf der Rückseite des Halters mit etwas Lot angeheftet.
Danach wurde das neue Befestigungsblech noch einmal feinjustiert, damit die Platine mit aufgestecktem Decoder genau mittig über dem Chassis sitzt.

Und schon ging es an das Verdrahten.
Zuerst wurden an die TELEX-Spulen in den ausgebauten Vor- und Nachlaufachsen Drähte angelötet. Diese Achsen besitzen auch einen Schleifer zur Abnahme der Schienenmasse. An den Schleifer habe ich auch jeweils einen Draht gelötet.
Die Achsen wurden dann wieder ins Chassis eingebaut und die Kabel durch die entsprechenden Öffnungen geführt.

Die Masselasche am Motor bekam auch noch einen Draht. Alle Masse-Verbindungen wurden mit dem zentralen Masseanschluss in der Chassis-Mitte verbunden. Nach so viel Mühe wurde dieser Sternpunkt mit dem Anschluss "Lokmasse" auf converts verbunden.

Die Kontaktplatine des Schleifers bekam auch gleich einen neuen, ausreichend langen Draht. So konnte der Schleifer auch gleich montiert und das rote Kabel mit dem Anschluss "Schleifer" verbunden werden. Die Betriebsspannug war so schon einmal verlegt.

Damit man schon einmal testen kann, ob alles ok ist, macht es Sinn ein Licht anzuschlie├čen. Ich habe dafür auch ein neues Kabel an er vorderen Fassung spendiert und mit "Licht_V_Stab" verbunden. Eine LED mit Schraubfassung eingeschraubt und den Decoder aufgesteckt, schon konnte der erste Test absolviert werden. Danach den Decoder wieder abnehmen!

An den Motor habe ich dann noch die beigelegten Drosselspulen angel├Âtet und mit Isolierschlauch geschützt.
Wenn man jetzt noch die Kabel an das hintere Licht lötet (2) und die Enden der Drosseln mit Drähten versieht, ist das schon ein ordentlicher Kabelverhau.
Alle Kabel vom hinteren Teil habe ich dann erst einmal in die Mitte zur Platine geführt. Das war nicht so einfach, weil rechts neben dem Motor nicht viel Platz ist und die Kabel drohen, am letzten Treibrad zu schleifen. Ein weiterer Schrumpfschlauf hielt alle Kabel zusammen (im Bild rot).

Die Kabel wurden dann passend abgelängt und Stück für Stück angelötet. Dies sollte man so machen, dass man immer gleich testen kann. Z.B. zuerst einen Pol einer Telex-Kupplung mit "Decoder+" verbinden, dann den anderen Pol an den Schaltausgang (z.B. "Aux1"). So kann man gleich testen, ob die Kupplung ansprechbar ist. Wichtig: alle bereits verdrahteten Funktionen gleich wieder mittesten. So kann man einen Draht, der z.B. durchtrennt oder nicht sauber angelötet wurde, früh erkennen.

Für den Schluss hob ich mir den Rauchsatz auf. Damit ich das Gehäse ohne Löten abnehmen kann, habe ich eine kleine Steckverbindung eingebaut (gedrehte Kelche aus einer alten IC-Fassung). Die Stromversorgung übernimmt die Treiberstufe auf converts.
Da der Rauchsatz auf einer Seite fest mit der Lokmasse verbunden ist, wird diese Seite mit der Lokmasse verbunden, der andere Draht mit dem Schaltausgang ("Aux3"). So ist auch ein sicherer Massekontakt zum Rauchsatz gewährleistet.
Die Stecker nicht verpolen, da sonst die Treiberstufe stirbt...

br85

BR85 wieder betriebsbereit

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